Man muss
die Berge der Ogliastra hochfahren um das kleine Dorf Osini zu erreichen, aber es lohnt sich einen
Ausflug in diesen ungewöhnlichen Ort, abseits der Touristenpfade zu
machen. Allein schon wegen der
Landschaft lohnt sich ein Besuch. Aus Süden kommend gelangt man zuerst
nach Osini Nuova, das erst nach 1951 entstand. Einige Kilometer weiter
eröffnet sich dem Blick des Betrachters der ätere Ortsteil, der
aufgrund eines schrecklichen Unwetters mit anschliessendem Erdrutsch
verlassen werden musste. Der Reiz des Ortes liegt in den Assoziationen,
die beim Betrachten der alten Häser entstehen: man geht durch verlassene
Strassen und die umstehenden Gebäude sind noch so erhalten, dass man
eine Vorstellung gewinnt, wie sich das Leben dort in den fünfziger
Jahren abgespielt haben muss.So gibt es noch viele Häuser mit erhaltenen
Holztüren, die mit einem roten oder blauen Kalkanstrich versehen sind,
die kleine Kirche aus dem 17. Jh., versteckt gelegen, und diverse
landwirtschaftliche Geräte, die in den Strassen zurückgelassen wurden.
Wenn man
sich etwas vom Ort entfernt, kann man einen der zahlreichen
Nuraghenkomplexe besuchen, die bis vor ein paar Jahren den Schafen als
Unterkunft dienten. Die wichtigste und am besten erhaltene
Nuraghenanlage ist die in Serbissi, in der Nähe der neolithischen
Grabstäte “S’ Orcu”. Die Legende besagt, dass dort riesige Geister
begraben sind, da die Gräber entsprechend gross sind. Die Nuraghenanlage
ist einzigartig, weil es dort acht Nuraghentürme gibt, die auf einer
grossen, mit zwei Eingägen versehenen Grotte erbaut wurden.
Entlang
einer Reihe von Steilwänden, die das Kalksteingbiet des “Taccu” von
Osini nach Osten hin begrenzen, öffnet sich die sogenannte “Leiter”
“Scala di San Giorgio”. Als “Leiter” bezeichnen die Einwohner eine
steile, schwierige Felswand, die durch Felsbrocken einer solchen
ähnelt. Diese Steilwnd bildet eine schmale Schlucht, durch die eine enge
Asphaltstrasse führt.